Knappe/Page

Als Knappe, auch Page oder Edelknecht genannt bezeichnete man im Mittelalter einen jungen Mann, der bei einem Ritter das Waffenhandwerk erlernte.Da er dem Ritter meist das Schild nachtrug wurde er auch Schildknappe oder Schildträger genannt.

 

Knappen waren junge Angehörige eines ritterlichen Geschlechts , welche  aber noch nicht zum Ritter geschlagen waren.

 

Bereits im Alter von sieben Jahren übernahm der Vater oder ein Geistlicher den Unterricht.Mit zwölf wurde der Junge als Page zur weiteren  Erziehung an den Hof eines Fürsten oder Grafen geschickt, um dort vor allem Kraft und Geschicklichkeit zu erwerben.Er lernte  die höfischen Umgangsformen sowie  musizieren, lesen, schreiben und rechnen. Des weiteren bekam er Unterricht im reiten , er erlernte das Kriegshandwerk und den Umgang mit der Waffe wie z. B. der Armbrust und übte sich mit Schwert, Lanze und Schild. Während der Ausbildungszeit wurden fürs fechten hölzerne Waffen verwendet

 

Doch auch Widerstandsfähigkeit gegenüber Schmerz und Kälte wurde trainiert. Die Angst vorm töten wurde ihm genommen, indem man ihn regelmässig auf die Jagt mitnahm.

 

Wenn der Page das 14. Lebensjahr erreicht hatte wurde er vom Priester vor dem Altar feierlich zum Knappen erhoben und in den Dienst eines  Ritters gestellt.Bei dieser Feierlichkeit bekamen sie ihr eigenes geweihtes Kurzschwert.Von nun an fokussierte sich ihre Ausbildung verstärkt auf das Waffenhandwerk.

 

Die Aufgaben eines Knappen waren folgende:

 

1. Er stand bei Versammlungen an der Seite seines Herrn.
2. Er half dem Ritter in und aus der Rüstung, sowie aufs Pferd.
3. Er trug Helm, Schwert und Schild , pflegte die Waffen, kümmerte sich um  die Pferde und versorgte die Wunden seines Ritters .
4. Er begleitete seinen Herrn bei Kriegshandlungen ohne selbst an den   Kämpfen teilzunehmen.
5. Bei Turnieren führte ein Knappe dem Ritter das Streitross nach, während ein anderer den Helm, die Lanze und das Schild trug.
6. In Gefechten hielt der Knappe sich hinter seinem Herrn um ihm ein anderes Pferd oder eine andere Lanze zu reichen oder um die Gefangenen, welche sein Herr machte, in Verwahrung zu nehmen.

 

Die Ausrüstung des Knappen bestand aus seinem eigenen Schild,Eisenhut, Kurzschwert und Streitkolben oder Streitaxt. Mit diesen Waffen  durfte er sogar selbst an Turnieren ( meist am Massenkampf, der Buhurt ) teilnehmen. Untersagt war es ihm jedoch mit Langschwert, Lanze und den dem Ritter vorbehaltenen Waffen zu kämpfen.

 

Mit 21 Jahren war die Ausbildung beendet . Wer sich durch Mut und Treue ausgezeichnet hatte erhielt dann den Ritterschlag bzw. die Schwertleite. Dieser Handlung ging fasten, beten und das Abendmahl voraus.

 

Bei der Zeremonie mussten zwei Ritter die ritterliche Herkunft , den christlichen Glauben und die Fähigkeit des Knappen seine künftige Pflicht erfüllen zu können bezeugen.

 

Darauf folgte der Ritterschlag , welcher darin bestand , dass der Knappe gerüstet, ohne Helm, Schwert und Schild , zwischen seinen Zeugen niederkniete und der die Würde erteilende ihm mit der flachen Seite des Schwertes einen Schlag auf jede Schulter gab .

 

Danach erhielt der neue Ritter Schwert, Helm und Schild . Die Übergabe von Schwertgürtel und Schwert ist die Schwertleite. Ab jetzt durfte er dieses Langschwert und die Lanze führen.

 

Diese Art des Ritterschlags gab  es in Frankreich schon ab dem 12.  Jahrhundert, während er in Deutschland erst im 14. Jahrhundert Gebrauch wurde.

 

Oft feierten die jungen Ritter diesen Anlass mit einem großen Fest und veranstalteten Turniere, um ihre Kräfte mit anderen Rittern zu messen.

 

Allerdings kam es auch vor, dass ein Knappe einfach kurz vor einem Kampf oder vor einer bevorstehenden Schlacht zum Ritter geschlagen wurde.

 

Kam ein Knappe aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht für den Ritterschlag in Frage , versuchte er häufig als Edelknecht ein rittermässige Leben zu führen.

Impressum

Die Muenchner-Sippe wird 
vertreten durch:

René Binder & Melanie Hummel

 

eMail:Muenchner-sippe@gmx.de